Michele Bortolloti in seinem Eissalon Trento. Wenn der Andrang groß ist steht er auch selbst hinter der Theke. ©Bohmann

Ist es heiß, gibt´s ein Eis!

Eine Kugel Erdbeer-Balsamico in einem Low-carb-Stanitzel bitte! Bestellungen wie diese sind im Jahr 2015 nichts Ungewöhnliches. Wir haben die neuesten Trends rund um das eisige Genussvergnügen für Sie.

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Wussten Sie, dass Wien eine wahre Eismetropole ist? Unsere Stadt besitzt mit mehr als 110 Eisgeschäften die größte Eissalon-Dichte Europas. Kein Wunder, dass wir uns da gerne öfter die kühle Versuchung wahrhaftig auf der Zunge zergehen lassen. Aber woher kommt Speiseeis eigentlich? Und wer hat's erfunden? 

Eis aus der Antike

Um zu den ersten Formen des Speiseeises zu gelangen, müssen wir ein wenig in der Zeit zurück reisen. Im antiken China hatten die chinesischen Herrscher große Eislager anlegen lassen. Diese Lager waren mit einer Mischung aus Schnee und einer Eisform, ähnlich dem heute bekannten Crushed Ice, also zerstoßen, gefüllt. Vor dem Verzehr wurde es noch mit Früchten, Honig und verschiedenen Gewürzen verfeinert. Den Weg nach Europa fand dieses erfrischende Dessert erst durch den Seefahrer Marco Polo. Er brachte das Rezept von einer seiner Reisen mit. Die Italiener machten aus der ursprünglichen Art des Speiseeises eine echte Spezialität.

Absolut salonfähig: Eis vom "Trento"

Der Eissalon Trento im 22. Bezirk erfreut sich nicht nur bei den Badegästen des nahegelegenen Gänsehäufel großer Beliebtheit.

Wir machen einen Sprung in die Jetztzeit und befinden uns in einem der beliebtesten Eissalons Wiens, dem "Trento" im 22. Bezirk, ganz in der Nähe des Gänsehäufel. Eine angenehm kühle und trotzdem fröhliche Atmosphäre empfängt uns. Das Eisgeschäft wurde vergangenes Jahr komplett modernisiert. Elegantes Design in Blau und Silber gehalten ist das Ergebnis. So wie jeden Tag stehen auch heute die Gäste wieder Schlange, um einen Platz auf den gemütlichen Sitzbänken draußen oder drinnen zu ergattern. Eine Familie mit Kinderwagen bahnt sich einen Weg zwischen den Wartenden hindurch. Ein Mädchen im gelben Sommerkleidchen hält ihr Eisstanitzl fest umklammert, während ihr kleiner Bruder versucht, mit seinem Löffel etwas davon zu stibitzen. Hinter der Theke steht Michele Bortolotti. Er ist der Inhaber des Eissalons mit Tradition. Bereits sein Vater war ein großer Eisfan und hat den Salon 1970 in Wien eröffnet.

"Das Geheimnis eines guten Eissalons ist, eh klar, gutes Eis. Für mich darf es nicht zu süß sein, es sollte nicht extrem viele Kalorien haben und trotzdem cremig sein. Die Qualität der Zutaten ist entscheidend! Ich verwende Rezepte, die schon mein Vater benutzt hat. Allerdings neu adaptiert. Zutaten, die früher hergenommen wurden, sind heute nicht mal mehr erlaubt. Außerdem sind es die Feinheiten neuer Kreationen, die es ausmachen", erzählt er. Michele weiß ganz genau, worauf es ankommt. Die Mischung aus Klassikern mit neuen, innovativen Sorten macht's. "Heuer haben wir zum Beispiel Holunder-Minze in der Auswahl. Das kommt gut an. Wir haben 28 Eissorten. Mein persönlicher Favorit ist Pistazie. Der Geschmack ist sehr intensiv."

Egal für welche Sorten man sich entscheidet. Irgendwo muss das Eis ja rein. Eine interessante Tatsache, laut Michele hängt die Entscheidung zwischen Stanitzel und Becher vom Wetter ab. "Wenn es draußen heiß und ein wenig windig ist, nehmen die Leute lieber Eis im Becher. Das tropft nicht so stark und wird auch nicht vom Winde verweht sozusagen. Sehr beliebt sind bei uns die Styropor-Boxen. Aus ganz Wien kommen die Leute, um sich dann gut gekühlt ihr Eis mit nach Hause zu nehmen."

Vom "Old Style" zur neuesten Kreation

Der Kreativität bei den Eissorten sind keine Grenzen gesetzt.

Auch wenn die Klassiker Vanille, Schokolade und Erdbeere weiterhin die Spitzenpositionen im Ranking der beliebtesten Eissorten einnehmen, so stehen heuer exotische Kreationen ebenfalls hoch im Kurs. Die Experimentierfreude der Eisherstellerinnen und Eishersteller kennt keine Grenzen. Die Palette reicht von Schokolade mit Chili über Birne-Parmesan, Marille-Mango unter dem klingenden Namen "Marango" bis hin zu Gletscherminze, Erdbeere-Balsamico und österreichische Schokolade. Letztere ist der berühmten Sachertorte nachempfunden und eine Mischung aus Schokoladeneis mit Marillenmarmelade.

Kugelrund und gesund

Bei Speiseeis von gesund zu sprechen, wäre wohl etwas übertrieben. Obwohl die kalte Köstlichkeit 2015 durchaus ein paar "gesund-grüne" Züge erhält. Die Rede ist von Gemüseeis. In dieser Form sichern sich Spinat, Paradeiser, Karotte oder auch Kräuter wie Rosmarin und Basilikum einen ungewöhnlichen, aber cremigen Auftritt. Diese Zutaten finden sich vor allem in veganem Eis, einem weiteren Trend, der schon vergangenes Jahr seinen Anfang gefunden hat. Vegan bedeutet ohne tierische Produkte. Statt Kuhmilch wird zum Beispiel Kokosmilch, Hafermilch, Reismilch oder Sojamilch verwendet.

Und wie bio ist Ihr Eis?

Laut einer Umfrage von meinungsraum.at ist es 84 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wichtig, dass das Eis in ihrem Stanitzel oder Becher hochwertig hergestellt worden ist. Dabei kommt es sowohl auf die Qualität der Zutaten als auch auf die Zubereitung an. Cremigkeit und Fruchtigkeit rangieren auf den Plätzen zwei und drei der bedeutendsten Eis-Eigenschaften. Auf den Kaloriengehalt achten lediglich 44 Prozent. Im Durchschnitt verputzen wir 7,3 Liter Eis pro Kopf und Jahr. Das Meiste davon im Sommer. Na dann wünschen wir ein süßes Schleckvergnügen!

Erdbeereis selber machen

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